Der DGE-Qualitätsstandard – was ist das?

Der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kliniken" ist eine Broschüre von ungefähr 90 Seiten, die beschreibt, wie ein gesundheitsförderndes und nachhaltiges Verpflegungsangebot auf der Basis wissenschaftlicher Grundlagen aussehen sollte.

Ihre Entwicklung wurde beauftragt und gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und 2011 von der DGE in Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis durchgeführt.

Der DGE-Qualitätsstandard – wie ist er zu verstehen?

Der DGE-Qualitätsstandard soll als Leitfaden dabei unterstützen ein gesundheitsförderndes und nachhaltiges Speiseangebot in Kliniken umzusetzen. Dabei sind die Kriterien für eine gesundheitsfördernde Verpflegung als Empfehlung und Orientierungshilfe zu verstehen. Jede Verbesserung ist gut. Bereits kleine Schritte bringen Erfolge – mit Freude und Genuss, ohne strenge Regeln, Zwang und Verbote. Neben dem gesundheitsfördernden Speiseangebot nach DGE-Qualitätsstandard können auch weitere Lebensmittel und Speisen angeboten/gewählt werden, die nicht dem DGE-Qualitätsstandard entsprechen.

 

Der DGE-Qualitätsstandard – an wen richtet er sich?

Der DGE-Qualitätsstandard richtet sich an alle, die sich in Kliniken mit der Verpflegung von Patient*innen und Rehabilitanden befassen. Hierzu zählen Führungskräfte im Managementbereich, Küchenleiter*innen, Ärzt*innen, Ernährungsfachkräfte, Köch*innen und Mitarbeitende aus Küche, Pflege, Hauswirtschaft und Service. Auch Caterer und Lieferanten, die die Verpflegung außerhalb der Klinken umsetzen, sind angesprochen.

 

Der DGE-Qualitätsstandard - warum sich der Einsatz lohnt

Bei einem Klinikaufenthalt stehent die medizinische Versorgung und ärztliche Behandlung zumeist im Mittelpunkt. Aber auch die Ernährung kann als Teil der Versorgung und Therapie einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden der Patient*innen nehmen. Ein vollwertiges Verpflegungsangebot auf der Grundlage des DGE-Qualitätsstandards ist gesundheitsförderlich, nachhaltig und bedarfsgerecht. Die abwechslungsreiche Speisen- und Getränkeauswahl, die nährstoffschonende, hygienische Zubereitung und die freundliche, zugewandte Kommunikation der Service- und Pflegekräfte sorgen für Genuss und Zufriedenheit rund um die Mahlzeiten.
Durch die Erfassung des Ernährungszustandes des Patient*innen können in der Klinik sowohl Defizite in der Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung, als auch Übergewicht diagnostiziert und entsprechend behandelt werden. Eine Vielzahl an definierten Kostformen stehen zur Verfügung, um je nach Erkrankung die bedarfsgerechte Ernährung zu gewährleisten. Kostbesprechungen, Ernährungsberatungen und Ernährungsvorträge durch die Ernährungsfachkraft stellen sicher, dass individuelle Vorlieben und Unverträglichkeiten dabei Beachtung finden, Sinn und Zweck der Ernährungsweise verstanden werden und die Patient*innen eine Anleitung für die anschließende Selbstversorgung nach dem Klinikaufenthalt erhält. Das gesundheitsfördernde Speisenangebot in der Klinik dient den Patient*innen nicht selten als Vorbild und Anlass, die Ernährungsweise anschließend zuhause ebenfalls gesundheitsbewusster und gesundheitsfördernder zu gestalten.

Bei der Planung und Umsetzung der Verpflegung sind in Klinken Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Funktionsbereichen und in unterschiedlichen Verantwortungsebenen beteiligt. Jede*r trägt seinen Teil dazu bei und ist in ihrer/seiner Arbeit vernetzt mit anderen. Entsprechend versteht es sich, dass alle bei einer geplanten Verbesserung des Verpflegungsangebotes von vornherein mit eingebunden sein sollten.
Wenn sich alle mit der Frage beschäftigen, wie sie ein ausgewogenes und vielfältiges Verpflegungsangebot gestalten können, das ernährungsphysiologischen Anforderungen, ökologischen Aspekten aber auch den Bedürfnissen und Wünschen der Patient*innen und Rehabilitand*innen gerecht wird, trägt jede*r Mitarbeiter*in wertvolles Fachwissen und Erfahrung aus seinem Zuständigkeitsbereich bei. Auf diese Weise gewinnen die Mitarbeiter Wissen über die anderen Tätigkeitsbereiche, was gleichzeitig die Kompetenzentwicklung im Team und das gegenseitige Verständnis gefördert. Der DGE-Qualitätsstandard gibt Ihnen Orientierung und Anleitung bei der Umsetzung und Kommunikation einer gesundheitsfördernden Verpflegung. Die Festlegung von Abläufen und Prozessschritten im Rahmen des Qualitätsmanagements schafft Sicherheit für die Mitarbeiter*innen und sichert eine kontinuierliche Qualität des Speiseangebotes.
Unsere Seminarangebote vermitteln angelernten Mitarbeitenden und Fachkräften die Inhalte des DGE-Qualitätsstandards. In Gruppenarbeiten werden diese praxisnah angewendet.

Durch die Umsetzung der Kriterien wird der Blick auf alle Bereiche der Verpflegung gerichtet, von der Küche, über die Pflege, den Service bis hin zu den Patient*innen bzw. Rehabilitand*innen. Prozesse werden optimiert, festgelegt und können somit extern überprüft werden. Dies sichert eine gleichbleibend hohe Verpflegungsqualität auf wissenschaftlicher Grundlage. Durch eine Zertifizierung kann das Engagement sowohl intern, als auch öffentlichkeitswirksam kommuniziert und beworben werden. Das wiederum trägt zum Imagegewinn der Klinik bei.
Die Förderung der Genesung bzw. die Verringerung einer Mangelernährung der Patient*innen durch eine ausgewogene Verpflegung kommt der Klinik zugute. Durch kürzere Liegezeiten, verminderte Komplikationsraten und das planmäßige Erreichen von Therapiezielen werden die Behandlungskosten gesenkt. Nicht zuletzt wird das Speiseangebot auch von den Mitarbeitenden genutzt, was bei einer Verbesserung auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements der Gesunderhaltung, Leistungsfähigkeit und der Wertschätzung der Mitarbeitenden dient.

Beispiele aus der Praxis

Hier stellen sich Kliniken vor, die die DGE-Qualitätsstandards bereits umgesetzt haben wurden. Erfahren Sie, was sie motivierte, welchen Herausforderungen sie sich stellen mussten und inwieweit sie davon profitiert haben.