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Ernährungstherapie bei Osteoporose

Eine Optimierung der maximalen Knochenmasse in jungen Jahren sowie eine Minimierung der Knochenabbaurate im Alter sind wichtige Zielvorgaben zur Vorbeugung einer Osteoporose. Ernährungsmaßnahmen spielen besonders in der Prävention eine wichtige Rolle. Von großer praktischer Bedeutung sind die Vermeidung eines ernährungsmitbedingten Muskelabbaus, zum Beispiel durch Magersucht oder Kachexie, sowie die Versorgung mit Calcium. Zu beachten ist, dass eine gute Calciumversorgung im Alter nur den Anteil des Knochenabbaus verhindern kann, der ansonsten aus einer unzureichenden Calciumzufuhr resultieren würde.

Die Behandlung der manifesten Osteoporose sollte immer aus einem sinnvollen Zusammenspiel von Ernährungsmaßnahmen, physiotherapeutischen Maßnahmen und medikamentöser Behandlung bestehen.

Die Ernährungsempfehlungen bei Osteoporose umfassen im Wesentlichen folgende Maßnahmen:

  • Normales Körpergewicht, Vermeidung von Untergewicht. Reduktionsdiäten nur bei medizinischer Indikation.
  • Calciumreiche Ernährung mit 1.200 bis 1.500 mg Calcium pro Tag auf der Basis einer vollwertigen Mischkost. Fettreduzierte Milch und Milchprodukte sind in jedem Alter gute Calciumlieferanten.
  • Bei älteren Menschen ist eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr sicher zu stellen. Dies ist durch den Verzehr von 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche allein nicht möglich. Bezüglich einer Vitamin-D-Supplementierung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Ausreichende Bewegung, möglichst im Freien. Durch die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut kann der Körper Vitamin D bilden, das für die Calciumaufnahme im Körper wichtig ist. Bewegung kräftigt nicht nur die Muskulatur, sondern stimuliert auch den Knochenaufbau.
  • Calciumreiches Gemüse bevorzugt verzehren. Kohlgemüse und grünes Blattgemüse sind darüber hinaus gute Lieferanten für weitere essenzielle Nährstoffe wie Vitamin K, das ebenfalls im Knochenstoffwechsel wichtige Funktionen erfüllt.
  • Calciumreiche Getränke wie calciumreiche Mineralwässer (> 150 mg Ca/l) und calciumangereicherte Fruchtsäfte wählen. Koffeinhaltige Getränke in Maßen (3 bis 4Tassen/Tag) genießen.
  • Alkoholische Getränke möglichst wenig konsumieren (max. 1 Glas Wein bzw. 0,3 l Bier/Tag). Chronisch überhöhter Alkoholkonsum beeinträchtigt einerseits den Vitamin D-Stoffwechsel, so dass Calcium vermindert absorbiert wird und wirkt andererseits direkt toxisch auf die Knochen aufbauenden Zellen. In Krankenhäusern und Rehakliniken ist der Konsum von Alkohol grundsätzlich unerwünscht.
  • Calciumzufuhr auf mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilen.
  • Oxalsäurehaltige Lebensmittel (z. B. Rhabarber, Spinat, Mangold, Rote Bete) nur in eingeschränktem Umfang verzehren.
  • Die Kochsalzaufnahme ist auf 5 bis 6 g/Tag zu beschränken, da Kochsalz dosisabhängig die Calciumausscheidung über die Nieren erhöht.

Eine ausreichende Versorgung mit Calcium trägt zu einer adäquaten Knochenmineralisation bei. Bereits im Kindesalter sollte die Zufuhr von einer ausreichenden Calciummenge erfolgen, um die Knochen zu festigen. Kinder zwischen 10 und 15 Jahren benötigen 1100 bis 1200 mg Calcium am Tag, Jugendliche bis 19 Jahre 1200 mg. Erwachsene sollten eine Aufnahme von 1000 mg anstreben.

Die besten Calciumlieferanten sind Milch und Milchprodukte, aber auch calciumreiche Mineralwässer, verschiedene Gemüse und mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte (siehe Praxistipps). Da von der täglich aufgenommenen Menge an Calcium jedoch nur 20-40% absorbiert werden, ist eine  Steigerung der Absorption wünschenswert. Die Absorption ist abhängig vom Versorgungszustand mit Calcium und wird durch Vitamin D gesteigert, sodass eine ausreichende Versorgung mit
Vitamin D gewährleistet sein sollte.

Vitamin D kann durch Sonnenlicht in der Haut gebildet werden und wirkt sich positiv auf den Aufbau und Erhalt der Knochen aus. Häufige Spaziergänge im Freien sind daher für alle empfehlenswert. In den Sommermonaten reichen alle 2 Tage 5 bis 15 Minuten Sonneneinstrahlung auf Gesicht, Körper und Arme aus, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Nach etwa 20 Minuten ist das Maximum  der Vitamin D-Synthese erreicht. Da mit zunehmendem Alter die Fähigkeit der Vitamin D- Synthese abnimmt, steigt das Risiko bei Seniorinnen und Senioren sowie Personen, die sich nur wenig im Freien aufhalten, für eine unzureichende Vitamin D-Versorgung deutlich an. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden täglich 5 µg Vitamin D empfohlen. Ab 65 Jahre steigt der Bedarf auf 10 µg pro Tag. Die wichtigsten Vitamin D-Quellen sind fettreiche Lebensmittel wie Hering, Lachs, Makrele, Thunfisch, Leber, Hühnerei und Pilze. Tabletten mit Vitamin D sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Einige Nahrungsbestandteile können die Verfügbarkeit von Calcium auch verringern. Dazu zählen Phytate, Oxalate, Lignine und Uronsäuren. Auch Calcium aus einigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Spinat und Sesam wird vom Körper schlecht verwertet. Bei den üblichen Ernährungsgewohnheiten sind diese Einflüsse aber von eher geringer Bedeutung. Ob auch Laktose (Milchzucker) die Aufnahme von Calcium erhöht ist wissenschaftlich noch nicht gesichert.

Neben der richtigen Nährstoffversorgung ist körperliche Aktivität ganz entscheidend  zur Prävention von Osteoporose. Denn kräftige Muskeln stimulieren einerseits den Knochenaufbau und hemmen andererseits den Knochenabbau. Besonders geeignet sind körperliche Aktivitäten, die die Muskelkraft steigern und den Knochen in „gesundem“ Maße belasten. Dazu zählen bewegungsorientiertes Krafttraining, Laufen und Wandern, aber auch Tanzen und Gymnastik. Zügiges Spazierengehen ist ebenfalls sehr empfehlenswert, da es zudem die Gang- und Standsicherheit schult.