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Gicht und Hyperurikämie

Indikation/Krankheitsbild: Erhöhte Harnsäurewerte und manifeste Gicht.

 

Die Gicht, auch als Arthritis urica bezeichnet, gehört zu den entzündlich rheumatischen Gelenkerkrankungen. Sie zählt zu den häufigsten ernährungsmitbedingten Stoffwechselkrankheiten beim Erwachsenen und zeichnet sich durch erhöhte Harnsäurewerte im Blutplasma aus (Hyperurikämie).
Die Gicht stellt die klinische Manifestation einer bestehenden Hyperurikämie dar: Bei einer Harnsäurekonzentration im Serum von ≥6,5 mg pro 100 ml ist die Löslichkeitsgrenze erreicht, d. h. es kann zu Harnsäureausfällungen in Form von Kristallen (Natriumurat) in Gelenken und Geweben kommen. Durch die Ablagerungen von Harnsäurekristallen können in der Folge entzündliche Reaktionen ausgelöst werden.

Ursachen für die Entstehung einer Hyperurikämie sind eine erhöhte Harnsäurebildung oder eine verringerte Harnsäureausscheidung. Die Harnsäure entsteht im Stoffwechsel des Menschen als Endprodukt beim Abbau der so genannten Purine. Purine werden zum einen über die Nahrung aufgenommen, zum anderen entstehen sie im Körper beim Abbau von Zellen.

Alter, Geschlecht und Übergewicht stellen neben der Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika) die wesentlichen Risikofaktoren für die Entstehung der Gicht dar.
Unter den Nahrungsfaktoren spielen in der Praxis hyperkalorische Ernährung, regelmäßiger Genuss größerer Fleischportionen und anderer purinhaltiger Lebensmitteln sowie übermäßiger Alkoholgenuss eine wichtige Rolle, insbesondere auch als auslösende Faktoren für einen akuten Gichtanfall. Auch der Verzehr von fructosereichen Lebensmitteln, insbesondere von fructosereichen Erfrischungsgetränken, kann zu einem Anstieg der Harnsäurekonzentration im Plasma führen.