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Ernährungstherapie bei Fettstoffwechselstörungen

Die Wirksamkeit nutritiver Maßnahmen bei primären Fettstoffwechselstörungen ist abhängig vom genetischen Defekt; die einzelnen Fettsäuren wirken aber prinzipiell in die gleiche Richtung wie bei Gesunden.

Einzelne Fettsäuren können auf die Plasmakonzentration von LDL- und HDL-Cholesterin sowie von Trigyceriden unterschiedliche Wirkungen haben. Da keine nutritive Maßnahme die Konzentrationen und Zusammensetzungen aller Lipoproteine (LDL, HDL; VLDL) gleichzeitig günstig beeinflusst, muss sich eine Maßnahme auf bestimmte Zielgrößen, z.B. Senkung des HDL-Cholesterins, konzentrieren. Bei einer lipidsenkenden Therapie wird bei Patienten mit mäßig erhöhtem LDL-Cholesterin und mittlerem KHK-Risiko eine Senkung des Plasma-LDL-Cholesterins auf <130 mg/dl und bei Hochrisikopatienten auf <100 mg/dl angestrebt.

Die diätetische Strategie zur Prävention und Therapie der Fettstoffwechselstörungen unterscheidet sich nicht in der Qualität, sondern lediglich in der Intensität der Maßnahmen. Die Therapie der Fettstoffwechselstörungen muss nicht nur die Veränderung der Lipoproteine im Plasma, sondern vor allem die Senkung des KHK-Risikos durch erfolgreiche Interventionen zum Ziel haben.

Elemente einer lipidsenkenden Ernährung

Die Ernährung orientiert sich grundsätzlich an den D-A-CH-Referenzwerten und hinsichtlich der Umsetzung in der Praxis an den „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“ der DGE.

Lipisenkende Ernährung
Energiezufuhr                             isokalorische, an Alter und Aktivität angepasste Kalorienzufuhr bei Normalgewicht. Reduktionskost bei Übergewicht, Kalorieneinsparung von 500-800 kcal/Tag. Als normal gilt ein BMI von 22-25 kg/m2
Fettgegenüber gängiger Ernährungspraxis reduzierte und in der Zusammensetzung modifizierte Fettzufuhr.
Kohlenhydrate                   gegenüber gängiger Ernährungspraxis reduzierte und in der Zusammensetzung modifizierte Zufuhr von Kohlenhydraten
Ballaststoffe     erhöhte Ballaststoffzufuhr


In der Ernährung bei erhöhten Cholesterinwerten (LDL) richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Fettzufuhr:

1.    Gesamtfett: 30 % (PAL >1,4) bis 35 % (PAL >1,7) der täglichen Energiezufuhr

2.    Gesättigte Fettsäuren: <10 % der täglichen Energiezufuhr

3.    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (n-6 und n-3 Typ):
7 % (bis max. 10 %) der täglichen Energiezufuhr; zu beachten ist eine ausreichende Zufuhr von langkettigen n-3 Fettsäuren und ein ausgewogenes Verhältnis von Linol- zu α-Linolensäure von ≥5:1

4.    Einfach ungesättigte Fettsäuren:
Differenz der o.a. Fettsäuren zum Gesamtfett (10-15 % der täglichen Energiezufuhr)

5.    Cholesterin: max. 300 mg/Tag

6.    Transfettsäuren: <1 % der täglichen Energiezufuhr.

 

In der Ernährung bei erhöhten Trigyceridwerten (VLDL) werden die Regeln zur Fettaufnahme (s.o.) ebenso umgesetzt wie in der Behandlung von Hypercholesterinämie. Das Augenmerk muss sich zusätzlich besonders auf die Kalorien- und Kohlenhydrataufnahme richten.

1.    Isokalorische, alters- und aktivitätsangepasste Kalorienaufnahme zur Beibehaltung eines Normalgewichts und Reduktionskost bei Übergewicht.

2.    Gesamtkohlenhydrataufnahme von 45-50 % der täglichen Energiezufuhr, dabei deutliche Einschränkung von niedermolekularen Kohlenhydraten, aber Anhebung der Ballaststoffzufuhr.

3.    Fettmodifizierte Ernährung mit mindestens 2 Seefischmahlzeiten pro Woche.

4.    Meidung von Alkohol.

  • Bei allen tierischen Lebensmitteln – mit Ausnahme von Fisch – konsequent magere Sorten, Stücke oder fettarme bzw. fettreduzierte Varianten auswählen.
  • Bei verarbeiteten Lebensmitteln / Convenience-Produkten solche mit versteckten Fetten meiden. ·         Bei Koch- und Streichfetten die verwendeten Mengen reduzieren; Fett mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren wie Kokosfett, Butter, Sahne, Schmalz, Speck meiden.
  • Fettarme Zubereitungsarten wie Grillen, Dünsten oder Dämpfen wählen.
  • Bevorzugt zur Speisenzubereitung und als Streichfett pflanzliche Fette und Öle mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren und günstigem Verhältnis von n-6 zu n-3 Fettsäuren verwenden (Lein-, Raps-, Walnussöl, Pflanzenmargarine mit hohem Rapsölanteil). Olivenöl und daraus hergestellte Streichfette enthalten reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren.
  • 1- 2 Seefischmahlzeiten pro Woche einplanen (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Tunfisch).
  • Verzicht cholesterinreicher Lebensmittel (z. B. Innereien, Krusten- und Schalentiere, Aal, Räucherfisch).
  • Maximal 2-3 Eier pro WocheErhöhung der Ballaststoffzufuhr durch Bevorzugung von Vollkornprodukten, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten.
  • Zucker, zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke, Honig, Sirup und Obstsäfte sind einzuschränken. Mono- und Disaccharide führen zum Anstieg der Serum-Triglyceride. Fruktose und Zuckeraustauschstoffe sind zu meiden. Zum Süßen stellt Süßstoff eine Alternative dar.