Montag, 27.05. 2019
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Positiver Einfluss durch „Gutes Essen in der Reha“

Modellteilnehmer haben Speisepläne nach dem DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Reha-Kliniken mit Blick auf Vielfalt und Nachhaltigkeit überarbeitet.

© Landeszentrum für Ernährung an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL)

Gutes Essen gehört zur guten Versorgung und Therapie – auf diese Zusammenhänge verwiesen die Rednerinnen bei der Übergabe des Logos an neu zertifizierte Reha-Kliniken in Stuttgart am 24. Mai. Deshalb hat das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Heilbäderverband Baden-Württemberg im Rahmen des Modellprojekts ‚Gutes Essen in der Reha‘ mehrere Rehabilitationskliniken dabei unterstützt, die Qualität ihrer Verpflegungsangebote „auf hohem Niveau weiter zu verbessern“, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL in Stuttgart.


Professor Arens-Azevedo von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hob dabei den hohen Nutzen einer Verpflegung gemäß DGE-Qualitätsstandard hervor: „So wird die Gesundheit der Patientinnen und Patienten gefördert und Heilungsprozesse unterstützt - eine Voraussetzung für mehr Lebensqualität. “ Die DGE-Präsidentin regte an, einen mehrwöchigen Reha-Aufenthalt auch als eine Möglichkeit zu begreifen, die einigen Patienten helfen kann, „wohltuende Ernährungsgewohnheiten anzunehmen.“
Die jüngst zertifizierten Rehakliniken haben ihre Speisepläne nach dem DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Rehabilitationskliniken überarbeitet und eine DGE-Zertifizierung durchgeführt mit dem Mehrwert „eines frischen, nachhaltigen und gesundheitsförderlichen Essens,“ wie das Ministerium erklärte.


Der DGE-Qualitätsstandard ist die wissenschaftliche Grundlage für eine ernährungsphysiologisch optimale und ausgewogene Verpflegung. Die Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards schließt alle Bereiche der Verpflegung, von der Küche, über die Pflege, den Service bis hin zu den Patienten bzw. Rehabilitanden mit ein. Prozesse werden optimiert und können somit extern überprüft werden. Dies sichert eine gleichbleibend hohe Verpflegungsqualität auf wissenschaftlicher Grundlage. Die mit dem „Station Ernährung-Logo“ nachgewiesene Verpflegungsqualität ist damit auch ein Aushängeschild für jede Rehabilitationsklinik.


Die folgenden fünf Rehabilitationskliniken ließen sich nach DGE-Qualitätsstandard zertifizieren:
•    Hänslehof Vorsorge- und Rehabilitationsfachklinik für Mutter/Vater-Kind in Bad Dürrheim
•    Földiklinik GmbH & Co. KG Fachklinik für Lymphologie in Hinterzarten
•    Reha-Zentrum Klinik Taubertal in Bad Mergentheim
•    St. Georg Vorsorge- und Rehabilitationskliniken GmbH & Co.KG in Höchenschwand
•    Rehaklinik Überruh in Isny im Allgäu


DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Rehabilitationskliniken
Die DGE bietet Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken zwei Möglichkeiten, das Angebot einer vollwertigen Verpflegung auszeichnen zu lassen – durch die „Station Ernährung-Zertifizierung" und die „Station Ernährung-PREMIUM-Zertifizierung". Die Basis für diese Zertifizierungen bildet der von der DGE herausgegebene „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Krankenhäusern" bzw. der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Rehabilitationskliniken“.
Der DGE-Qualitätsstandard steht zum Leitet Herunterladen der Datei einDownload sowie als Öffnet externen Link in neuem FensterBroschüre kostenfrei zur Verfügung. Des Weiteren bietet die Internetseite „Station Ernährung – Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und Rehakliniken“ zahlreiche Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Informationen für Verantwortliche bei der Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards.


Zertifizierungen schaffen Transparenz und stehen für Qualität
„Gutes Essen in der Reha mit DGE- und Bio-Zertifikat steht für kontrollierte Qualität, die für alle nach außen sichtbar wird. Das bringt nicht nur gesundheitliche Vorteile für Patienten, sondern kann für Rehabilitationskliniken eine Chance sein, sich in einem wachsenden Marktsegment abzuheben und sich zu profilieren“, hieß es von Seiten des Ministeriums. Gesundheitsbewusste Ernährung habe in Kurorten sowohl in Rehakliniken als auch auf dem Markt der Selbstzahler ein großes und gesundheitsförderliches Potential, das es verstärkt zu nutzen gelte, betonte der Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg, Fritz Link.


Modellprojekte für mehr Qualität in der Klinikverpflegung seit 2018
Mit dem Modellprojekt ‚Gutes Essen in der Reha‘ rückte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Qualität der Verpflegungsangebote in Rehabilitationskliniken in den Fokus. Damit konzentrierte sich das Projekt auf die Lebenswelt ‚Kliniken‘ als eines der Modellprojekte zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung in allen Lebenswelten, die das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz seit 2018 durchführt.